Max von der Grün

Wie war das eigentlich? Kindheit und Jugend im Dritten Reich

In diesem Buch beschreibt Max von der Grün seine eigene Kindheit und Jugend zur Zeit des Nationalsozialismus. Doch den größten Teil nehmen Dokumente, Augenzeugenberichte, Protokolle und Verträge ein, durch die man einen sehr guten Eindruck sowohl von den politischen Verhältnissen als auch von der Situation verschiedener Bevölkerungsschichten bekommt. In chronologischer Reihenfolge bekommt man vermittelt, wie es zu all dem kommen konnte. Besonders verwunderlich und erschreckend war für mich die Tatsache, mit welch plumpen Ausreden und unter welch durchsichtigen Vorwänden Länder angegriffen und Menschen umgebracht wurden. Hitlers Vernichtungskrieg im Osten wird durch zahlreiche Dokumente (sowohl aus der Perspektive der Opfer als auch aus der der Täter) eindringlich geschildert und man erhält einen guten Überblick über die Zeit von 1926-1945.


Meine Meinung zu diesem Roman:

Obwohl ich schon einige Bücher über das Dritte Reich gelesen habe, hat mir dieses Buch von Max von der Grün noch eine Menge Tatsachen vor Augen geführt, die ich bis dahin noch nicht wusste. Trotz oder gerade wegen seiner vielen verschiedenen Quellen ist "Kindheit und Jugend im Dritten Reich" zu keinem Zeitpunkt langweilig, sondern hochinteressant. Max von der Grün hat meiner Meinung nach genau die passenden Stellen ausgesucht und in seinem "Dokumentarroman" verarbeitet. Seine eigene Geschichte, stellt einen persönlichen Bezug zu der Zeit des Nationalsozialismus da. Und auch wenn es ausgelutscht klingt und man es in jedem Schulaufsatz schreibt, muss ich doch sagen: "Es hat mich zum Nachdenken angeregt." Vor allem die Tatsache, wie Menschen so verblendet sein können, alles zu glauben, was man ihnen erzählt und alles Negative (Morde, Verhaftungen, keine Meinungsfreiheit etc. etc.) einfach zu übersehen, ist für mich aus Sicht der heutigen Zeit schwer nachzuvollziehen. Aber wer weiß, ob wir uns nicht auch alle blenden gelassen hätten, die wir heute mit Unverständnis reagieren. Jüngste Beispiele zeigen ja, dass es immer noch Menschen gibt, die sich derart leicht beeinflussen lassen. Ich halte dieses Buch jedenfalls für absolut empfehlenswert und auch durchaus dafür geeignet, in Schulen gelesen und besprochen zu werden.


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