Altstädter Ring

In den letzten Kriegstagen fiel der Nordflügel des Rathauses Bomben zum Opfer, wodurch eine große Lücke in der Gebäudefassade des Platzes entstand und ihm etwas von seiner Geschlossenheit nahm. Durch diese Lücke wurde der Blick frei auf die St. Niklaskirche. Deren Fassade war eigentlich nie auf den Platz ausgerichtet und wirkt nun ein wenig beziehungslos. Schräg gegenüber steht die Teynkirche, die zwar nicht direkt an den Platz heran reicht, deren hohen Türme aber doch unmittelbar zum Bild des Altstädter Rings dazugehören.

Collage zum Altstädter Ring

Im Zentrum der neobarocken Nordseite des Platzes zwischen Parizska und Dlouha befindet sich das reich verzierte heutige Handelsministerium, das Ende des 19. Jh. errichtet wurde und mehrere Barockhäuser ersetzte. Rechts davon steht das frühbarocke ehemalige Paulanerkloster.

Der Ostteil des Altstädter Rings wird durch eine hohe Stilvielfalt geprägt. Das Jan-Hus-Denkmal in der Mitte des Platzes ist ein sehenswertes Beispiel für die Kunst des Jugendstils. Der Kinsky-Palais geht zwar in seinen Grundmauern auf romanische Häuser zurück, zeigt im Wesentlichen aber die Baukunst des Rokokos. Gleich daneben, etwas zurückgesetzt, sieht man mit dem Haus "Zur steinernen Glocke" ein gotisches Wohnhaus aus dem 14. Jahrhundert Durch eine schmale Gasse wird dieser "Wohnturm" von der so genannten Teynschule getrennt. Durch diese Gasse gelangt man übrigens zum Hauptportal der Teynkirche. Die Bogengänge der ehemaligen Bildungsanstalt erinnern an die gotische Vergangenheit, auch wenn der Einfluss der Renaissance bei der Fassadengestaltung erkennbar ist.

Bei den Gebäuden auf der Südseite des Platzes vermischen sich Romanik, Barock und Neogotik. Mit auffälligen Fassadenmalereien ist das Storch-Haus, auch Haus "Zur steinernen Jungfrau Maria" genannt, geschmückt. Das Portal und der Giebel des nächsten Gebäudes "Zum steinernen Lamm" stammen aus der Renaissance. Im Haus "Zum goldenen Einhorn" (Nr. 20) mit seiner barocken Fassade gründete der Komponist Smetana 1848 eine Musikschule.

Der Altstädter Ring war seit dem Mittelalter Zentrum und Schauplatz wichtiger Ereignisse. Das Jahr 1621 bildete dabei den blutigen Höhepunkt. 27 aufständische Adlige wurden öffentlich hingerichtet. Dies war das Ende des antikatholischen Aufstandes.


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